Autor: kaionai.com@gmail.com

  • Das ist Asuboni

    Das ist Asuboni

    Der siebte Charakter im KAIonAI Artist Universe muss nichts beweisen. Er ist einfach da.

    Bay spielt auf Kante, Frieda auf Nähe, Jim auf Ruhe, Christina auf Aufbruch, Cord auf den Blick von außen, Suoki auf Übersetzung. Asuboni spielt auf Präsenz.

    Wer ist Asuboni

    Groß, breit gebaut, sehr muskulös, Anfang bis Mitte zwanzig, westafrikanisch. Ernster, aber nicht abweisender Blick. Ruhig, geerdet, körperlich präsent – beim Sport respektiert, danach der Freundlichste im Raum.

    Privat ist er außerdem ein großer Blues- und Jazz-Fan. Man hört ihm das im ersten Song nicht unbedingt an – aber es gehört zu ihm, und es kommt bestimmt noch raus.

    Er ist außerdem eine Lücke, die im Roster lange offen war: die junge männliche Hörerschaft, für die es bisher keine eigene Stimme gab.

    Der Name ist ein Wasserfall

    Asuboni ist ein Fluss in der Eastern Region Ghanas. Zwei Orte tragen seinen Namen, einer davon bekannt für den Asuboni-Wasserfall. Im Twi heißt „asu“ schlicht Wasser.

    Das Bild trägt die ganze Figur. Ein Wasserfall ist dauerhaft da, wirkt durch schiere Masse und muss sich nicht ankündigen. Genau das ist sein Motto.

    Sound

    Funk und Disco mit echtem Groove statt glatter Popproduktion. Der thematische Rahmen: Durchhalten, Comeback, Sport als Metapher fürs Leben.

    Erster Song

    „Freedom Funk (feat. Asuboni)“ ist seit dem 11. September auf Spotify, Apple Music und den anderen großen Plattformen live. Hauptkünstler ist KAIonAI, Asuboni läuft als Feature – wie bei allen Charakteren im Roster.

    Asuboni, KAIonAI-Charakter, Cover zu "Freedom Funk (feat. Asuboni)"
  • Das ist Suoki

    Das ist Suoki

    Der sechste Charakter im KAIonAI Artist Universe übersetzt, was die anderen erzählen.

    Bay spielt auf Kante, Frieda auf Nähe, Jim auf Ruhe, Christina auf Aufbruch, Cord auf den Blick von außen. Suoki spielt auf Übersetzung.

    Wer ist Suoki

    Jung, koreanisch-japanische Herkunft, aufgewachsen in Korea, zweisprachig. Heute Weltbürgerin ohne festen Ort. Sie tritt einnamig auf, wie IU oder Bibi – kein Nachname, keine feste Adresse, nur der eine Name.

    Ihre Rolle im Universe ist das emotionale Gegengewicht zur Technik: Wo KAIonAI als Werkzeugkasten auftritt, steht Suoki für das, wofür die Werkzeuge eigentlich da sind. Sie übersetzt persönliche Geschichten in fühlbare Musik.

    Sound

    Modern warmer Indie-Pop: sanftes Klavier-Intro, das sich zu einer mitreißenden Pop-Hymne aufbaut, klare, emotionale Diktion, warme Akustikgitarre. Weiblich, klar, ohne Kitsch.

    Erste Auftritte

    Suoki ist bereits zweimal zu hören. „Ab jetzt (feat. Suoki)“ ist ein Geschenk-Song zur Geburt eines Kindes, gesungen für eine Freundin – er zeigt, was ein personalisierter Song bei KAIonAI leisten kann. „Everybody’s New Here (feat. Suoki)“ ist ihr Einstiegssong: das Imposter-Syndrom und die Erkenntnis, dass am Ende alle im Raum genauso improvisieren wie man selbst – das Ritual, mit dem inzwischen jeder neue KAIonAI-Charakter eingeführt wird.

    Suoki, KAIonAI-Charakter, Cover zu "Everybody's New Here (feat. Suoki)"

    Gesehen hat man sie außerdem schon vorher: als Gast im pinken Anzug in Cords Musikvideo „Die halbe Galaxie“, und in KAIonAI News #6 als namentliche Vorstellung der sechsten Stimme.

  • Das ist Cord

    Das ist Cord

    Der fünfte Charakter im KAIonAI Artist Universe ist kein Mensch.

    Bay spielt auf Kante, Frieda auf Nähe, Jim auf Ruhe, Christina auf Aufbruch. Cord bringt etwas mit, das keinem von ihnen möglich war: den Blick von außen.

    Cord ist ein Alien. Grauer Typ, große schwarze Augen, keine Haare. Dazu ein Faible für menschliche Kunst und Kultur, das er sich selbst nicht ganz erklären kann. Er beobachtet mehr, als er redet.

    Cord, KAIonAI-Charakter, grauer Alien im schwarzen Anzug mit Fedora und Sonnenbrille vor einem Sternenfeld – Cover zu "Die halbe Galaxie (feat. Cord)"

    Das klingt erst mal nach Gag. Beim Schreiben der Texte wurde daraus etwas anderes.

    Die Außenperspektive erlaubt Sätze, die einem Menschen keiner abnehmen würde. Ein Mensch kann schlecht singen, dass ihn ein voller Raum überfordert, ohne dass es nach Selbstmitleid klingt. Cord kann das, weil er wirklich neu ist.

    Vier Anläufe, bis der Sound saß

    Bei den anderen Charakteren stand das Genre nach einer Runde. Bei Cord habe ich vier gebraucht, die im Papierkorb gelandet sind.

    Erster Versuch: Vintage Cinematic Jazz. Klang für sich gut, wirkte aber zu retro. Ein Alien im Lounge-Noir-Kostüm ist Kostümfilm, keine Figur.

    Zweiter Versuch: Industrial Rock. Traf weder den Text noch den Charakter.

    Dritter Versuch: moderner Dance-Pop. Sauber produziert, aber der Jazz-Bezug war komplett weg – und den will ich in jeder KAIonAI-Produktion drin haben, egal in welchem Genre.

    Vierter Versuch: Jazzy Synth-Pop. Endlich der richtige Stil. Der Take lief dann aber über vier Minuten, viel zu lang.

    Erst der fünfte saß: moderne Pop-Produktion mit Rhodes, Jazz-Voicings und Saxofon-Akzenten statt glatter Synth-Dreiklänge. Gestrafft auf zwei Minuten sechsundzwanzig.

    Wie so eine Produktion im Detail abläuft, habe ich am Beispiel von Jims Musikvideo hier aufgeschrieben.

    Zwei Songs

    „Die halbe Galaxie“ ist der deutsche Song. Cord hat Millionen Sterne durchgezählt, kalt und still, jeder für sich allein. Dann hört er einen Groove, der alles bewegt – und will zum ersten Mal nicht zuschauen, sondern mitten rein.

    Eine Zeile aus der zweiten Strophe beschreibt ziemlich genau, warum ich KAIonAI überhaupt mache: „Keiner macht das ohne Grund – ihr sagt ihn bloß nicht, ihr singt ihn einfach.“

    „Everybody’s New Here“ ist der englische Gegenpart. Der Außenseiter betritt den Raum und ist überzeugt, dass alle anderen dazugehören. Dann schaut er genauer hin. Der Selbstsichere checkt ständig sein Handy, die mit dem lautesten Lachen ist allein gekommen, und der, der den Text zu kennen scheint, singt ihn falsch.

    Die Auflösung ist keine Abrechnung, sondern Erleichterung. Alle sind hier neu.

    Cord, KAIonAI-Charakter, im schwarzen Anzug mit Fedora, tritt durch eine offene Tür ins goldene Licht – Cover zu "Everybody's New Here (feat. Cord)"

    Warum der erste Song nicht „Nimm mich mit“ heißt

    Die Hook im Refrain lautet „Nimm mich mit“. Naheliegender Titel – bis ich nachgesehen habe.

    Den gibt es schon von Marius Müller-Westernhagen. Und von Nina Chuba.

    Titel sind kaum schutzfähig, rechtlich wäre das also kein Problem. Praktisch schon: In der Spotify-Suche hätte ein KAIonAI-Release zwischen zwei etablierten Acts keine Chance.

    Also „Die halbe Galaxie“. Steht ebenfalls im Refrain, ist Cords eigenes Bild – und in den Streaming-Katalogen frei.

    Neu bei Cord: jeder Song auch unplugged

    Bei Cord veröffentliche ich zum ersten Mal die Unplugged-Fassungen mit. Beide Songs gibt es also doppelt: einmal in voller Produktion, einmal reduziert.

    Am Freitag erscheinen damit vier Titel:

    • Die halbe Galaxie (feat. Cord)
    • Die halbe Galaxie (unplugged) (feat. Cord)
    • Everybody’s New Here (feat. Cord)
    • Everybody’s New Here (unplugged) (feat. Cord)

    Die Unplugged-Fassungen sind kein Nebenprodukt. Sie nehmen den Beat raus und lassen die Harmonien stehen – bei einem Song, der von Rhodes und Jazz-Voicings lebt, verändert das mehr, als man denkt. „Die halbe Galaxie“ klingt voll produziert nach Aufbruch. Unplugged klingt derselbe Text nach jemandem, der noch überlegt.

    Man sieht den Unterschied auch auf den Covern. Alle vier zeigen Cord im schwarzen Anzug mit Fedora, aber eine Regel unterscheidet sie: Auf den Hauptcovern trägt er die Sonnenbrille, auf den Unplugged-Fassungen nicht.

    Cord, KAIonAI-Charakter, ohne Sonnenbrille mit sichtbaren großen schwarzen Augen, die Brille in der Hand – Cover zu "Die halbe Galaxie (unplugged) (feat. Cord)"

    Cords große schwarze Augen sind sein stärkstes Erkennungsmerkmal. Unplugged gibt er sie frei. Das ist der ganze Unterschied zwischen den Fassungen, in einem Bild.

    Cord, KAIonAI-Charakter, mit der Sonnenbrille auf der Nasenspitze vor hellem Studiohintergrund – Cover zu "Everybody's New Here (unplugged) (feat. Cord)"

    Wann es losgeht

    Alle vier Fassungen erscheinen am Freitag, den 28. August, um 8:00 Uhr auf Spotify, Apple Music und den anderen großen Plattformen. Hauptkünstler ist KAIonAI, Cord läuft als Feature.

    Seinen ersten Auftritt hat er aber schon vorher. In Christinas Musikvideo „Hamburg, fünfzig und frei“ läuft Cord den beiden immer wieder über den Weg – im pinken Anzug, bis sie ihn irgendwann bitten, ein Foto zu machen.

  • Das ist Christina

    Das ist Christina

    Die meisten Lieder hören auf zu erzählen, wenn ein Leben ungefähr zur Hälfte vorbei ist. Danach kommt Rückblick, Wehmut, im besten Fall Altersweisheit.

    Christina ist der Gegenentwurf. Und der vierte Charakter im KAIonAI Artist Universe.

    Bay spielt auf Kante, Frieda auf Nähe, Jim auf Ruhe. Christina spielt auf Aufbruch – an einer Stelle im Leben, an der die meisten Songs schon nichts mehr zu erzählen haben.

    Wer ist Christina

    Anfang fünfzig, rot-braunes Haar, direkter Blick. Meeresbiologin von Beruf, Sängerin aus Leidenschaft. Sie spricht fünf Sprachen, tanzt für ihr Leben gern Salsa und ist die Sorte Mensch, die einen Abend trägt, ohne ihn an sich zu reißen.

    Kein Sci-Fi-Entwurf wie Bay, keine Alltagsfigur wie Frieda. Christina ist erfahren, warmherzig und weltgewandt – jemand, der ein Leben hinter sich hat und keine Lust auf ein Ende davor.

    Warum dieser Charakter wichtig ist, hat einen sehr praktischen Grund. Ein großer Teil der Songs, die bei mir bestellt werden, geht an Menschen über fünfzig. Runde Geburtstage, Jubiläen, langjährige Freundschaften. In der Musik, die es dazu gibt, kommen diese Menschen fast nur als Rückblick vor. Christina ist der Gegenentwurf.

    Sound

    Soul-Blues-Pop mit echter Band-Instrumentierung. Klavier, Kontrabass, Besen auf der Snare, warme Bläser statt Synth-Flächen. Ihre Stimme ist ein rauer, gealterter Alt – nicht süß, nicht schmachtend, kein Schlager.

    Das klingt selbstverständlicher, als es war. Der erste Anlauf hieß „Nochmal von vorn“, war ein sauber gebauter Soft-Pop-Chanson und ist im Papierkorb gelandet. Er hat gestimmt, aber er hat nichts gewollt. Zwischendurch ist der Stil Richtung modernem Pop gedriftet, fast K-Pop-artig. Sauber produziert, nur eben nicht sie.

    Zwei Songs, beide am Freitag live

    Wie bei Frieda und Jim bringt Christina zwei Songs mit. Beide erscheinen am Freitag, den einundzwanzigsten August, auf Spotify, Apple Music und den anderen großen Plattformen. Hauptkünstler ist KAIonAI, Christina läuft als Feature.

    „Hamburg, fünfzig und frei“ ist der deutsche Song – und der erste, in dem sich zwei Charaktere begegnen. Christina fährt mit ihrem besten Freund Jim nach Hamburg, weil er fünfzig wird. Fischmarkt, Hafen, eine Nacht, die länger wird als geplant. Der Text ist durchgehend an ihn gerichtet, in der Du-Form. Damit funktioniert der Song genau so, wie ein Geschenksong funktionieren muss: Man kann ihn jemandem geben.

    „Second Wind“ ist der englische Gegenpart und bewusst ohne Widmung. Kein Anlass, keine Person, nur die Haltung: Alter als zweiter Atem, nicht als Auslaufen. „Every scar’s a story, none to hide.“ Eine deutsche Adaption unter dem Titel „Zweiter Atem“ liegt daneben – keine Übersetzung, sondern dieselbe Aussage in singbarem Deutsch, wie schon bei Jims „Alte Schule“ und „These Hands“, nur in umgekehrter Richtung.

    Das Cover hat am längsten gedauert

    Sechs Suno-Takes bis der Song saß. Beim Cover waren es deutlich mehr Runden, und der Grund war jedes Mal derselbe: Die Bildmodelle machen eine Frau Anfang fünfzig zuverlässig zu alt. In einer Zwischenversion sah sie aus wie siebzig.

    Geholfen haben am Ende zwei Dinge. Erstens der Wechsel des Bildmodells – dasselbe Referenzmaterial lieferte bei einem anderen Anbieter spürbar bessere Ähnlichkeit. Zweitens, und das war der eigentliche Fehler: Ich hatte anfangs die falschen Referenzbilder benutzt. Nicht zu wenige, sondern die falschen. Seitdem gibt es für Christina einen festen Satz an Referenzen, aus dem alles Weitere abgeleitet wird.

    Das ist die unspektakuläre Wahrheit hinter fast jeder KI-Produktion, die am Ende gut aussieht: Es liegt selten am Prompt und fast immer am Material, das man reingibt.


    Nachtrag: Diese Vorstellung ist nachträglich entstanden. Christinas Songs waren rechtzeitig fertig, ihr Intro nicht – in der Woche lag die ganze Aufmerksamkeit auf Jims Musikvideo. Damit die Reihe vollständig ist, steht der Beitrag jetzt an der Stelle, an die er gehört.

  • Sechs Versionen, ein Musikvideo: Was mich Jims „Alte Schule“ über KI-Videoproduktion gelehrt hat

    Jims Musikvideo zu „Alte Schule“ ist fertig. Freigegeben, abgehakt, fertig zum Hochladen. Aber „fertig“ fühlt sich nach sechs Versionen anders an als beim ersten Rohschnitt.

    Ich beschäftige mich seit einigen Jahren ernsthaft mit KI-Tools, aber Videoproduktion mit KI ist nochmal eine andere Liga als Songtexte oder Bilder. Was mich dabei zunehmend nervt und was tatsächlich gut funktioniert hat, will ich hier ehrlich aufschreiben – nicht das polierte „So einfach geht’s“-Narrativ, sondern was wirklich passiert ist.

    Kurz zusammengefasst: Aiqoras KI-Video-Tool hat aus Jims Song „Alte Schule“ automatisch ein komplettes Musikvideo generiert – mit Lipsync-Fehlern an Instrumentalstellen, Geisterbild-Effekten bei Kreuzblenden und Bewegungsfehlern, die erst bei genauer Frame-für-Frame-Prüfung auffielen. Nach sechs Korrekturrunden mit lokalen Nachbesserungen (Referenzbild → KI-Keyframe → KI-Videoclip) ist das Video jetzt fertig und freigegeben.

    Der Ausgangspunkt

    Jim ist einer unserer KI-Artists bei KAIonAI – Polier auf dem Bau, Hobbymusiker, Best-Ager-Charakter. „Alte Schule“ ist sein erster Song. Für das Musikvideo habe ich den Aiqora Cinema Agent genutzt, der aus Songdatei und Charakterreferenz automatisch ein komplettes Musikvideo baut – Szenenaufteilung, Lipsync, alles.

    Das Ergebnis nach dem ersten Durchlauf: 40 von 44 Szenen brauchbar. Klingt gut. War es aber nicht ganz.

    Das Problem mit Lipsync, das ich nicht kommen sah

    Aiqora synct Jims Mund automatisch zum Gesang. Praktisch – bis der Algorithmus glaubt, an Stellen Lipsync zu brauchen, wo im Song gar nicht gesungen wird. Zwei Chorus-Szenen zeigten Jim, wie er stumm ins Bild redet, während tatsächlich eine instrumentale Wiederholung läuft. Wirkt sofort falsch, auch wenn man den Grund nicht sofort benennen kann.

    Das Nervige dabei: Aiqoras API erlaubt es nicht, ein bestehendes Projekt zu öffnen und einzelne Segmente neu zu generieren. Nur eigenständige Einzel-Tools, kein Zugriff auf das laufende Projekt. Also musste ich lokal reparieren – Referenzbild von Jim, Keyframe über ein Bildmodell, daraus ein kurzer Videoclip, und den dann exakt an der richtigen Stelle ins bestehende Video einbauen.

    Hat funktioniert. Hat aber auch gezeigt, wie viel Handarbeit hinter „KI macht das Video“ wirklich steckt, sobald man nicht mit der ersten Ausgabe zufrieden ist.

    Die Sache mit den Geisterbildern

    Der zweite Lerneffekt kam später, und der war subtiler. Ich hatte an den Schnittstellen zwischen den ausgetauschten Szenen kurze Kreuzblenden gesetzt – klingt nach der sauberen Lösung. War es nicht.

    Bei kurzen Blenden zwischen sehr unterschiedlich belichteten Szenen (zum Beispiel ein dunkles Porträt direkt vor eine helle Gegenlicht-Szene) entsteht für einen Sekundenbruchteil ein Doppelbelichtungs-Effekt, der wie ein Bildfehler aussieht. Ist technisch keiner – aber es wirkt kaputt.

    Am Ende habe ich systematisch alle 28 Szenenübergänge im ganzen Video durchgeprüft, nicht nur die gemeldeten Problemstellen. Fast jede Kreuzblende zeigte denselben Effekt. Die Lösung war simpel, aber unbequem einzusehen: bei einem schnellen 116-BPM-Rocksong sind kurze Kreuzblenden ohnehin unüblich. Harte Schnitte passen besser zum Tempo. Am Ende habe ich das komplette Video auf harte Schnitte umgestellt – kein Sonderfall mehr an ein paar Stellen, sondern ein einheitliches Prinzip.

    Warum ein Frame pro Szene nicht reicht

    Der dritte Punkt hat mich am meisten überrascht. Bei der Qualitätskontrolle hatte ich zunächst jeweils ein Einzelbild pro Szene geprüft. Reicht nicht.

    An einer Stelle lag mein Stichprobenbild zufällig kurz nach dem eigentlichen Problem – die ersten anderthalb Sekunden der Szene zeigten Jim noch mit weit offenem Mund singend in die Menge, bevor die Szene zur eigentlich unproblematischen Einstellung wechselte. Erst als ich anfing, mehrere Frames pro Sekunde statt Einzelbilder zu prüfen – quasi einen Filmstreifen statt eine Momentaufnahme –, ist mir das aufgefallen.

    Das ist die Art Fehler, die man nur findet, wenn man wirklich hinschaut, nicht nur stichprobenartig durchklickt.

    Was am Ende geblieben ist

    Sechs Versionen später: Jim trägt durchgehend die richtige Kleidung, niemand singt stumm ins Bild, alle Übergänge sind sauber, die Gesamtlänge stimmt exakt mit dem Song überein. Das Video ist jetzt freigegeben und geht bald auf YouTube.

    Was ich mitnehme: KI-Videogenerierung liefert heute erstaunlich gute erste Entwürfe. Aber „erster Entwurf“ ist der richtige Erwartungswert, nicht „fertiges Produkt“. Wer bei der ersten Ausgabe stehenbleibt, übersieht Lipsync-Fehler, Geisterbilder und Bewegungsartefakte, die im fertigen Video sofort als „irgendwas stimmt hier nicht“ auffallen, auch wenn niemand genau sagen kann, was.

    Häufige Fragen zu KI-Musikvideos

    Warum entstehen bei KI-generierten Musikvideos Lipsync-Fehler?

    Weil Tools wie Aiqora automatisch Mundbewegungen zu jedem Song-Abschnitt syncen – auch dort, wo im Song eigentlich niemand singt, sondern nur ein Instrumentalpart läuft. Ohne wortgenaues Timing kann die KI diese Passagen nicht zuverlässig erkennen.

    Warum wirken Kreuzblenden in KI-Musikvideos manchmal wie Bildfehler?

    Weil kurze Kreuzblenden zwischen stark unterschiedlich belichteten Szenen für einen Sekundenbruchteil einen Doppelbelichtungs-Effekt erzeugen. Bei schnellen Songs mit vielen Szenenwechseln wirkt das wie ein Geisterbild, obwohl technisch nichts falsch berechnet wurde – harte Schnitte sind hier oft die bessere Wahl.

    Wie viele Korrekturrunden braucht ein KI-Musikvideo realistisch?

    Bei „Alte Schule“ waren es sechs komplette Versionen, bis Lipsync-Fehler, Bildartefakte und Übergänge sauber waren. Der erste automatisch generierte Entwurf sollte als Ausgangspunkt verstanden werden, nicht als fertiges Ergebnis.

    Kurze Ankündigung zwischendurch

    Christina, nach Bay, Frieda und Jim unsere vierte KI-Artist-Stimme bei KAIonAI, bekommt am Freitag, 21. August, um 8 Uhr gleich zwei neue Songs: „Hamburg, fünfzig und frei“ und „Second Wind“.

    Cover des Songs Hamburg, fünfzig und frei von Christina
    Cover des Songs Second Wind von Christina

    Mehr dazu, sobald die Songs draußen sind.

  • Das ist Jim

    Der dritte Charakter im KAIonAI Artist Universe arbeitet auf dem Bau.

    Wo Bay auf Kante spielt und Frieda auf Nähe, bringt Jim etwas mit, das bisher gefehlt hat: Ruhe. Ein Mann Mitte fünfzig, kurze braune Haare, klassisches Gesicht – keiner, der auffallen will. Genau das ist der Punkt.

    Tagsüber ist er Polier, verantwortlich für sein Team, echtes Handwerk. Abends und am Wochenende sitzt er mit der Gitarre – nicht als Beruf, als Ausgleich. Diese Kombination aus harter Arbeit und musikalischer Leidenschaft ist sein Markenkern: ein Mann, der nichts mehr beweisen muss.

    Jim, KAIonAI-Charakter, dramatisches Portrait vor Sturmhimmel – Cover zu "Alte Schule (feat. Jim)"

    Genau darum geht’s bei KAIonAI im Kern: nicht ums lauteste Auftreten, sondern um Charaktere, hinter denen echte Haltung steckt. Jim ist diese Haltung mit Gesicht.

    Zwei Songs, beide am Freitag live

    Jim bringt wie Frieda gleich zwei Songs mit. Beide erscheinen am Freitag, den 14. August, auf Spotify, Apple Music und den anderen großen Plattformen. Hauptkünstler ist KAIonAI, Jim läuft als Feature.

    „Alte Schule“ ist Blues-Rock, deutsch. Respekt kriegt man nicht geschenkt – den verdient man sich. Ein Handschlag, der noch gilt, statt tausend Worten. Genau deshalb funktioniert der Song auch als Geschenk: ein Sohn, der seinem Vater damit sagt, was er im Alltag nie ausspricht. Kein Geburtstagsgruß von der Stange, sondern ein Lied, das nach dem Mann klingt, den man meint.

    „These Hands“ ist der englische Gegenpart, eine Country-Rock-Ballade. Drei Generationen: ein Vater, der nicht viele Worte braucht, weil seine Hände alles erzählen – und Jim, der eines Tages nach unten schaut und dieselben Hände wiedererkennt.

    Jim, KAIonAI-Charakter, Nahaufnahme der Hände beim Gitarrespielen – Cover zu "These Hands (feat. Jim)"

    Zwei Sprachen, zwei Blickwinkel auf dasselbe Thema: was ein Mann seinem Sohn eigentlich hinterlässt, wenn er nicht viele Worte braucht. Die Videos zu beiden Songs sind bereits in Arbeit – mehr dazu in einer der nächsten KAIonAI News.

  • Das ist Frieda

    Das ist Frieda

    Frieda ist der zweite Charakter im KAIonAI Artist Universe – und sie kommt ohne eine einzige Narbe aus.

    Wer Bay kennt, weiß: Das war bewusst kein leichter Einstieg. Narben, Bronzeprothesen, Dark Boom Bap – ein Charakter, der Präsenz durch Ruhe und Kante aufbaut. Frieda ist das komplette Gegenteil, und das ist Absicht. Wo Bay auf Distanz spielt, spielt Frieda auf Nähe. Blonde, gewellte Haare, ein Lächeln, das nicht gestellt wirkt, die Frau, die du aus deinem Lieblingscafé kennst oder die seit Jahren deine beste Freundin ist.

    Kein Sci-Fi-Entwurf, kein Fantasy-Archetyp. Jemand, den man sich sofort vorstellen kann, wenn man an einen Menschen denkt, dem man wirklich etwas Persönliches schenken würde.

    Frieda, KAIonAI-Charakter, in warmer Café-Atmosphäre

    Genau darum geht’s bei KAIonAI im Kern: nicht um Technik-Spielerei, sondern um echte Wärme, die bei einem persönlichen Song ankommt. Frieda ist dieses Gefühl mit einem Gesicht. Ein Café-Tisch, ein Wochenmarkt am Samstagmorgen, kein Kulissen-Posing – das ist ihre Welt, und die kannst du dir ab jetzt regelmäßig in neuen Songs und Bildern anschauen.

    Zwei Songs, beide am Freitag live

    Frieda bringt nicht einen, sondern gleich zwei Songs mit. Beide erscheinen am Freitag auf Spotify, Apple Music und den anderen großen Plattformen. Hauptkünstler ist KAIonAI, Frieda läuft als Feature – so findest du am Ende alle unsere Songs unter einem Profil, egal welcher Charakter gerade singt.

    „Für dich, immer“ ist ein Lied über eine langjährige Freundschaft. Der Café-Tisch, an dem man sich seit Jahren trifft. Die Bestellung, die der andere schon kennt, bevor man sie ausspricht. Kein großes Wort nötig, weil man sich einfach versteht. Musikalisch warmer Akustik-Pop, deutsch, mit Fingerstyle-Gitarre statt Synth-Fläche – bewusst reduziert, damit der Text trägt.

    „Little Things“ ist der ruhigere Gegenpart. Kein Anlass, keine bestimmte Person, sondern die kleinen Momente, aus denen ein Tag eigentlich besteht. Der erste Kaffee, das Licht am Morgen, ein Regenfenster und eine warme Tasse in der Hand. Indie-Folk-Pop, englisch, näher an Stimmung als an Story.

    Frieda, KAIonAI-Charakter, mit Einkaufskorb auf einem Wochenmarkt

    Zwei Songs, zwei Sprachen, zwei Grundstimmungen – bewusst so gewählt, damit Frieda nicht nur ein einzelner Song ist, sondern gleich als Charakter mit Tiefe ankommt.

    Nächste Woche wird’s laut: Bays Videos

    Nicht nur bei Frieda tut sich was. Nächsten Freitag kommen die Musikvideos zu Bays „AI Slop“ – die Abrechnung mit lieblos hingerotztem KI-Content, verpackt in Dark Boom Bap – und zur erweiterten Fassung von „Noch ein Guru“, der Satire auf selbsternannte Online-Gurus, die dir in dreißig Sekunden zeigen wollen, wie du reich wirst.

    Bay, KAIonAI-Charakter, Thumbnail zur erweiterten Version von Noch ein Guru

    Song zuerst, Video eine Woche später – das ist mittlerweile unser fester Rhythmus im KAIonAI Artist Universe. Erst die Musik wirken lassen, dann das Bild dazu liefern.

  • Das ist Bay

    Das ist Bay

    Ich stelle dir jemanden vor, der nicht viel von sich hält, wenn es um Worte geht: Bay.

    Bay ist der erste Künstler im KAIonAI Artist Universe – der Welt aus KI-generierten Figuren, die ich seit Monaten aufbaue. Kein Testballon, kein Nebenprojekt. Bay ist bewusst der Erste, weil er die klarste Haltung von allen mitbringt.

    Wer ist Bay

    Massiv gebaut, vernarbte, schuppige Haut, ein bronzener Prothesenarm, der nicht versteckt wird, sondern einfach da ist. Bay redet wenig. Wenn er etwas sagt, hat es Gewicht.

    Er ist kein Held und kein Bösewicht. Er ist der Typ, der in der Ecke steht, während um ihn herum alle etwas verkaufen wollen – und der genau sieht, was echt ist und was nicht. Ruhig, geerdet, keine Show. Genau das ist seine Stärke.

    Kai und Bay unterhalten sich lachend vor einer Wand mit KAIonAI-Graffiti
    Kai und Bay in einer Drehpause

    Sound

    Bay klingt so, wie er aussieht: dark boom bap, heavy rock, industrial, raw hip hop. Kein glattproduzierter Pop. Musik mit Kanten.

    Seine Themen sind die, bei denen er hinschaut, wo andere wegsehen: Fake-Gurus mit gemieteten Penthouses. Content-Müll, der das Internet zuschüttet. Dinge, die glänzen, aber hohl sind.

    Was als Nächstes kommt

    Am Freitag, den 31. Juli, erscheinen Bays erste beiden Songs offiziell: „Noch ein Guru“ und „AI Slop“. Die Musikvideos dazu folgen eine Woche später.

    Das hier ist der Auftakt zu einem neuen, festen Format auf diesem Blog: KAIonAI News. Immer wenn im KAIonAI-Universum etwas Neues passiert – ein neuer Song, ein neues Video, ein neuer Charakter -, gibt es hier und auf den Social-Media-Kanälen eine Meldung dazu. Mindestens einmal pro Woche.

    Bay macht den Anfang. Er wird nicht der Einzige bleiben.

  • Was passiert, nachdem du mir deine Geschichte schickst

    Was passiert, nachdem du mir deine Geschichte schickst

    Jemand füllt das Formular aus. Wählt „Hochzeit“ oder „Danke sagen“ oder „Etwas anderes“. Schreibt drei, vier Sätze über einen Menschen, der ihm wichtig ist. Klickt auf „Song bestellen“.

    Und dann?

    Das ist die Frage, die mir am häufigsten gestellt wird – meistens bevor überhaupt eine Bestellung reinkommt. Was passiert eigentlich mit meiner Geschichte, nachdem ich sie abgeschickt habe? Landet die irgendwo in einem System, das automatisch einen Text zusammenwürfelt? Oder liest da wirklich jemand mit?

    Deshalb zeige ich hier mal komplett offen, was zwischen deinem Klick und der fertigen Song-Datei passiert.

    Schritt 1: Die Bestellung

    Das Bestellformular auf kaionai.com/bestellung, in dem der Anlass für den Song ausgewählt wird

    Alles startet auf kaionai.com/bestellung. Kein Konto, kein Abo, keine zwanzig Formularfelder. Du wählst den Anlass, für wen der Song ist – und dann kommt der wichtigste Teil: die Geschichte.

    Genau hier entscheidet sich, wie gut der Song wird. Nicht die Technik dahinter. Die Geschichte.

    Ich frage bewusst nicht nach Lieblingsfarbe oder Lieblingszahl. Ich will wissen: Was ist an diesem Menschen besonders? Was ist passiert, das nur ihr beide kennt? Ein Satz wie „sie hat mich jeden Sonntag um sieben angerufen, auch wenn nichts zu erzählen war“ bringt mich weiter als zehn Adjektive.

    Schritt 2: Ich lese jede Geschichte selbst

    Bevor irgendein Tool angefasst wird, lese ich jede Bestellung persönlich. Über 1.250 Mal inzwischen. Das ist der Teil, den viele nicht erwarten: Es gibt keinen automatisierten Prozess, der deine Eingabe direkt in einen Songtext schiebt.

    Ich überlege mir eine Perspektive. Ich-Form oder Erzählform? Chronologisch oder ein einzelnes Bild, um das sich alles dreht? Manchmal ist ein einziger Satz aus deiner Bestellung genau die Zeile, um die der ganze Song gebaut wird.

    Schritt 3: Text und Produktion

    Für die Musik nutze ich KI-Tools wie Suno – daraus mache ich kein Geheimnis. Aber die Eingabe, die daraus einen Song macht, ist keine automatische Übersetzung deiner Geschichte. Ich texte selbst, wähle Stil, Instrumentierung und Stimmung. Oft über mehrere Versuche.

    Ich spiele selbst Piano, Bass und Gitarre. Kein Profi, aber ich höre, wenn ein Arrangement nicht stimmt.

    Das ist der Unterschied zwischen „ein KI-Song kam raus“ und „ich habe einen Song produziert, bei dem KI ein Werkzeug war“.

    Schritt 4: Feinschliff und Korrekturschleifen

    Je nach Paket gibt es ein bis drei Korrekturschleifen. Die sind kein Lippenbekenntnis. Wenn ein Name falsch betont wird oder eine Zeile nicht das trifft, was du gemeint hast, wird nachgebessert – bis es passt.

    Die drei Preispakete von KAIonAI: Personal für 29,90 Euro, Besonders für 59,90 Euro und Meisterstück für 99,90 Euro

    Bei Personal für 29,90 Euro bekommst du einen individuell produzierten Song mit einer Korrekturschleife. Besonders für 59,90 Euro bekommt zusätzlich meinen persönlichen Feinschliff, zwei Korrekturschleifen und kommerzielle Nutzungsrechte. Meisterstück für 99,90 Euro ist die vollständige Version: drei Songversionen plus Revision, Instrumental-Stems und exklusive, uneingeschränkte Nutzungsrechte.

    Schritt 5: Die Lieferung

    In der Regel 48 bis 72 Stunden nach Bestellung liegt der fertige Song in deinem Postfach – als MP3 und WAV. Kein Abo, keine automatische Verlängerung, keine versteckten Kosten.

    Warum ich das so offen zeige

    Weil die meisten Leute, die einen Song verschenken wollen, noch nie etwas Vergleichbares gekauft haben. Sie wissen nicht, ob am anderen Ende ein Algorithmus sitzt, der ihre Eingabe durchrattert, oder ein Mensch, der sich das wirklich anschaut.

    Bei mir ist es Letzteres.

    Und wenn du gerade überlegst, ob so ein Song zu deinem Anlass passt: Erzähl mir deine Geschichte.

  • ElbJazz 2026: Ein Wochenende, das mich daran erinnert hat, warum Live-Musik nicht zu ersetzen ist

    ElbJazz 2026: Ein Wochenende, das mich daran erinnert hat, warum Live-Musik nicht zu ersetzen ist

    ElbJazz 2026 auf einen Blick

    • 13. Ausgabe, 11.–12. Juli 2026
    • Blohm & Voss Werftgelände, Hamburg-Steinwerder
    • Rund 20.000 Besucher, 50 Acts auf sechs Bühnen
    • Headliner: Tom Jones (86, „Come Gather Round“), Jamie Cullum, Snarky Puppy
    • Meine persönlichen Geheimtipps: NDR Bigband & John Beasley, Christone „Kingfish“ Ingram, Dominique Fils-Aimé

    Zwei Tage, sechs Bühnen, Kräne im Rücken und die Elbe direkt vor der Nase. Das ElbJazz-Festival fand dieses Jahr zum 13. Mal statt, auf dem echten Blohm & Voss Werftgelände in Hamburg-Steinwerder – rund 20.000 Besucher, 50 Acts, sechs Bühnen. Container, Seilwinden und Schiffbauhallen statt klassischem Festivalgelände. Genau dieser Bruch macht die Atmosphäre. Man steht zwischen Industrie-Stahl und hört gleichzeitig Jazz, Funk und Blues.

    Ich war beide Tage da, und ich könnte über jeden einzelnen Act etwas schreiben. Mach ich nicht – aber ein paar Highlights mussten raus.

    Freitag: Bigband-Wucht, Funk-Party und ein Popstar mit Jazz-Herz

    Für mich der Startpunkt des Wochenendes: NDR Bigband & John Beasley mit ihrem Programm „Miles Davis at 100: Filles de Kilimanjaro Reimagined“. Eine komplette Bigband, die ein Miles-Davis-Album neu interpretiert – das ist genau die Art von Programm, wegen der ich mir so ein Festival überhaupt antue. Kein Cover, keine Nostalgie-Nummer, sondern eine echte Neuinterpretation mit Wucht.

    NDR Bigband & John Beasley spielen bei Sonnenuntergang auf der Main Stage des ElbJazz-Festivals 2026

    Später am Abend Amelia auf der Hamburg Stage. Für mich ein Mix aus Amy Winehouse, Adele und Anne Clark – diese Kombination aus Soul-Stimme und kantiger Attitüde hört man nicht oft. Und dann Incognito auf der Helgen Stage: geile Live-Band, ordentlich Funk und Soul im Gepäck. Genau die Art Konzert, bei der man nach dem ersten Song merkt, dass heute nicht stillgestanden wird.

    Live-Band unter der transparenten Bühnenkuppel der Helgen Stage beim ElbJazz-Festival 2026, Publikum im Vordergrund

    Freitag-Headliner war Jamie Cullum – er hat schon dreimal auf dem ElbJazz in Hamburg gespielt, 2013, 2019 und jetzt wieder im Juli 2026. Man merkt, dass ihm das Festival wirklich etwas bedeutet. Den Tag beendet hat Greentea Peng – nicht meine eigene Entdeckung des Abends, aber auch mir ist aufgefallen, wie souverän die Londonerin zwischen Dub, Soul und Jazz hin- und hergesprungen ist.

    Samstag: Blues, kanadische Coolness und ein Ur-Gestein namens Tom Jones

    Samstagnachmittag startete für mich mit Dominique Fils-Aimé, einer kanadischen Jazz-Sängerin. Sie hat mich positiv an Sade erinnert – diese Coolness, bei der man merkt, dass da überhaupt nichts erzwungen wird. Einfach eine Sängerin, die genau weiß, was sie tut, und der Rest passiert von selbst. Für mich war sie die Lichtgestalt des ganzen Festivals. Meine Neuentdeckung des Wochenendes – ich bin jetzt Fan.

    Am Abend dann, für mich als Blues-Fan eines der Highlights des ganzen Wochenendes: Christone „Kingfish“ Ingram. Tolle Musik, geniale Stimme, dazu diese coolen Keb‘-Mo‘-Vibes. Wenn man Blues mag, kommt man an dem Typen aktuell nicht vorbei.

    Christone "Kingfish" Ingram spielt E-Gitarre auf der ElbJazz-Bühne 2026

    Direkt danach Snarky Puppy. Ich mag die Musiker, und die Musik ist gut – technisch richtig hochwertig. Aber nach spätestens vier Songs kommt bei mir jedes Mal der Punkt, an dem ich denke: jetzt ist auch mal gut. Mir fehlt da der Gesang, und irgendwie auch die Abwechslung – rein laienhaftes Bauchgefühl, kein fundiertes musikalisches Urteil. Nach rund 30 Minuten Snarky Puppy hatte ich jedenfalls für die nächsten Wochen genug davon.

    Und dann, zum Abschluss des Festivals, Tom Jones mit seinem aktuellen Programm „Come Gather Round“. 86 Jahre alt, 90 Minuten Show, und man merkt keine Sekunde, dass da jemand über sechzig Jahre im Geschäft ist. Ich war schon seit Wochen gespannt, wie ein 86-Jähriger „Sexbomb“ auf die Bühne bringt – und war total baff, wie der alte Tiger das umgesetzt hat. Rund eine Viertelstunde vor Schluss hat er kurz pausiert, natürlich nur um dann für die Zugabe zurückzukommen – aber das sei ihm in dem Alter durchaus gegönnt. Das ist keine Pflichtnummer eines alten Stars, das ist immer noch echte Bühnenpräsenz.

    Tom Jones "Come Gather Round" auf der Bühnenleinwand der ElbJazz Main Stage bei Nacht 2026

    Die Location macht die Hälfte des Erlebnisses

    Man kommt teilweise mit der Fähre übers Wasser zum Festivalgelände, teilweise zu Fuß durch den Elbtunnel. Zwischen den Bühnen stehen Werftkräne, blauer Himmel, Elbblick, Möwengekreische. Diese Mischung aus Industriecharme und Live-Musik gibt es so an kaum einem anderen Ort.

    Hamburger Hafen-Skyline mit Elbphilharmonie, Blick vom Wasser aus während des ElbJazz-Festivals 2026
    Werftkran-Silhouette vor blauem Himmel auf dem Blohm & Voss Werftgelände beim ElbJazz-Festival 2026

    Dazu kam noch das Wetter: an beiden Tagen durchgehend bestes Open-Air-Wetter, blauer Himmel, kein Tropfen Regen. Dafür war es an beiden Tagen ziemlich heiß – nicht unerträglich, aber schon deutlich spürbar. Paradiesischer geht’s für ein Festivalwochenende kaum.

    Und dann ist da noch der Preis. Für das, was man geboten bekommt – 50 Acts, sechs Bühnen, Weltklasse-Namen wie Tom Jones oder Snarky Puppy – ist das Ticket fair, fast schon günstig. Zusammen mit dem Wetter hatte ich an diesem Wochenende einfach richtig Glück.

    Warum mir das trotz KAIonAI wichtig ist

    Ich baue mit KAIonAI gerade selbst an KI-Musik – personalisierte Songs, ein KI-Artist-Universe. Angefangen hat das alles mit einer Bahnfahrt nach Freiburg. Genau deswegen war dieses Wochenende für mich noch mal ein guter Reality-Check: Live is Live. Eine Bigband, die live eine Neuinterpretation von Miles Davis spielt, oder ein 86-jähriger Tom Jones, der 90 Minuten lang open air eine ganze Menge Publikum trägt – das ist eine andere Kategorie als alles, was aus einem Prompt entsteht.

    Ich spiele selbst Piano, Bass und Gitarre. Kein Profi, aber ich höre den Unterschied. Und der war an diesem Wochenende wieder überall spürbar.

    Und was macht eigentlich meine eigene Band?

    Falls du dich fragst, ob ich nur zuhöre oder auch selbst was mit Jazz mache: Auf meinem YouTube-Kanal Jazzy Relaxing Lounge läuft entspannter Jazz rund um die Uhr – produziert mit KI, gespielt von meiner Band. Die besteht allerdings komplett aus Hologrammen. Von mir.

    Die KAIonAI-Hologramm-Band – Piano, Kontrabass, Schlagzeug und Gitarre als leuchtende Hologramme – vor dem Panoramafenster mit Blick auf die Elbphilharmonie bei Nacht

    Ob die Jungs irgendwann mal auf einer echten ElbJazz-Bühne stehen? Bis es so weit ist, wird es hoffentlich noch sehr lange dauern. Am besten passiert es nie. Nach diesem Wochenende bin ich mir da ziemlich sicher – manche Bühnen gehören den Echten.

    Kurz gefragt

    Wo genau findet ElbJazz statt?
    Auf dem Blohm & Voss Werftgelände in Hamburg-Steinwerder – mitten im Hafen, zwischen echten Werftkränen statt auf einer Wiese.

    Wer waren die großen Namen 2026?
    Tom Jones, Jamie Cullum und Snarky Puppy als Headliner. Meine persönlichen Favoriten liefen aber eher nebenbei: NDR Bigband & John Beasley, Christone „Kingfish“ Ingram, Dominique Fils-Aimé.

    Lohnt sich das Ticket?
    Für mich ja, klar. Bei der Dichte an Programm und Qualität ist der Preis fair bis günstig.

    Braucht man bei ElbJazz Regenklamotten?
    Dieses Jahr nicht – zwei Tage durchgehend blauer Himmel, dafür ziemlich heiß. Garantie gibt’s dafür natürlich keine, Hamburg bleibt Hamburg.